Erwachsene

Ich muss: Zwänge

Wie sind die Symptome der Zwangsstörung?

Man unterscheidet Zwangsgedanken, d.h. sich immer aufdrängende, jedoch als unsinnig erkannte Denkinhalte und Zwangshandlungen, gegen oder ohne Willen ausgeführte Handlungen.

Zwangsgedanken beinhalten meist angstvolle Gedanken und Überzeugungen, jemandem zu schaden, in eine peinliche Situation zu geraten oder etwas Schlimmes anzurichten. Häufige Themen sind Schmutz oder Verseuchung, Gewalt, Aggression, Ordnung, Religion oder Sexualität.

Zwangshandlungen müssen durchgeführt werden, da ansonsten massive innere Anspannung oder Angst auftritt. Sie müssen ritualartig vollzogen werden. Bei Kindern treten häufiger Waschzwänge oder Zählzwänge sowie Berührungszwänge auf, bei Erwachsenen sind Ordnungszwänge und Kontrollzwänge häufig.

Wie werden Zwangsstörungen behandelt? 

Die Therapie von Zwangsstörungen erfolgt mittels Verhaltenstherapie oder einer Kombination aus Antidepressiva und Verhaltenstherapie. Der Einsatz von nur Psychotherapie oder nur Medikation hat weniger Erfolgsaussichten als die Kombination von beidem.

Je früher verhaltenstherapeutische Interventionen eingesetzt werden, umso erfolgsversprechender ist die Therapie. Patienten werden mit Gegenständen oder Situationen konfrontiert, die Angst auslösen und damit die zwanghaften Gedanken oder Zwangshandlungen auslösen, sollen jedoch keine Verhaltensweisen ausführen, zu denen sie sich gezwungen fühlen. Diese Methode wird Reiz-Reaktionsverhinderung genannt. Eingesetzt werden auch kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen.

Zwangsgedanken werden mit Ihnen erörtert und in Frage gestellt, Sie erlernen die Technik des Gedankenstopps. Ablenkungsmöglichkeiten werden mit Ihnen gemeinsam erarbeitet. Im Habituationstraining werden Zwangsgedanken auf Band aufgenommen und wiederholt angehört.