Kinder

Die Furcht als Schatten: Angststörungen, Panikattacken, soziale Ängste, Phobien

Ängste sind etwas Natürliches und Wichtiges. Verschieden Ängste, wie Trennungsängste oder Angst vor Dunkelheit etc. gehören zur normalen Entwicklung des Menschen.

Was sind die Symptome einer Angststörung? 

Es gibt aber auch die Entwicklung von übersteigerten Ängsten z.T. mit körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Pulsbeschleunigung, Schwindel, Schweißausbruch, Zittern, Mundtrockenheit, Hitzewallungen und Kloß im Hals. Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Brustschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall können ebenfalls auftreten. Auch Bewusstseinsstörungen, zum Beispiel das Gefühl, „verrückt“ zu werden, das Gefühl, dass Dinge unwirklich seien oder man selbst „nicht richtig da“ sei, dass man nicht mehr die Kontrolle über die eigenen Gedanken habe, Benommenheit, Schwindel, Angst zu sterben, allg. Vernichtungsgefühl können auftreten. Auch Ängste vor sozialen Situationen sind häufig und können so extrem werden, dass die Betroffenen das Haus nicht mehr verlassen können. Erröten, Zittern der Hände, Vermeidung von Blickkontakt, Übelkeit und Harndrang können als Zeichen einer sozialen Phobie auftreten.

Folgen der Ängste sind:

  • starkes Vermeidungsverhalten, das zur Aufrechterhaltung und Steigerung der Ängste führt.
  • häufig in der Folge sehr schlechtes Selbstbewusstsein, Versagensgefühle, Furcht vor Kritik

Wie werden Ängste und Phobien behandelt?

Die tiefenpsychologische Behandlungsmethoden basieren darauf, dass die Angstsymptomatik Ausdruck eines unbewussten Konfliktes mit gescheiterter Kompromisslösung ist. Die Aufdeckung dieses Konfliktes und das „Durcharbeiten“ mit allen Gefühlen macht die Ängste dann überflüssig und lässt sie verschwinden.

In der Verhaltenstherapie der Phobien, Angst- und Panikstörungen ist es Ziel, sich den Ängsten und angstbesetzten Situationen gezielt und in zunehmender Dosis auszusetzen, bis alle vermiedenen Situationen wieder in das normale Leben integriert werden können. Man bedient sich hierzu der Reizkonfrontation, die in zwei Formen ablaufen kann.

  • Abgestufte Reizexposition: Durch stufenweise gesteigerte Reizexposition, bis alle Hierarchiestufen bis zum Maximum durchlaufen wurden. Dabei werden zunächst Angsthierarchien erarbeitet (bei Kindern spielerisch in Form einer Angstleiter).
  • Reizüberflutung („flooding“): Es erfolgt unter therapeutischer Begleitung eine Konfrontation mit einer maximal angstauslösenden Situation, die solange ausgehalten werden soll, bis eine Gewöhnung stattfindet. Der Patient lernt, dass die gefürchteten, Angst besetzten Folgen ausbleiben. Dieses Verfahren wird bei Kindern nicht angewandt.

Durch kognitive Ansätze können mit Ihnen Denk- und Bewertungsarten verändert werden, da meist unrealistische Bewertungen zu Ängsten führen. Angst auslösende Gedanken werden zu Ende gedacht.

Medikamentöse Behandlungen mit SSRI oder SNRI oder anderen Antidepressiva sind in besonders belasteten Situationen in Erwägung zu ziehen.