Kinder

Zu jung für die Traurigkeit: Depressionen

Die Depression ist die häufigste psychische Erkrankung. Es wird postuliert, dass jeder Mensch in seinem Leben mindestens einmal an Depression leide. Die Dunkelziffer wird sehr hoch vermutet, da Depressionen als solche oft nicht erkannt oder verheimlicht werden. Die Häufigkeit von Depressionen im Schulalter beläuft sich auf 2% – 3%, bei Jugendlichen auf 7% – 13%. Im Jugendalter (Adoleszenz) sind Jungen häufiger betroffen, ab dem 12. Lebensjahr sind Mädchen stärker betroffen.

Was sind die Symptome einer Depression im Kindes- und Jugendalter?

Bei kleinen Kindern erkennt man eine Depression an erhöhter Reizbarkeit, evtl. einem gestörten Essverhalten und Schlafstörungen (Albträume). Kinder wirken häufig traurig, sind öfter aggressiv. Es kann eine Spielunlust bestehen. Schulkinder sind häufig stimmungslabil und entwickeln Leistungsprobleme.

Jugendliche leiden unter vermindertem Selbstvertrauen, Ängsten und Konzentrationsmangel. Es können Leistungsstörungen und Tagesschwankungen in der Stimmung auftreten. Auch psychosomatische Symptome können hier Anzeichen für eine Depression sein. Jugendliche zeigen hierbei schon die Kriterien der depressiven Episode, wie sie bei Erwachsenen zu erkennen sind.

Wie werden Depressionen behandelt?

Die Diagnose wird nach Symptomen und Verlauf gestellt. Die Aufklärung über Ursache und Verlauf ist sehr wichtig. Zunächst wird versucht mit Hilfe von Psychotherapie eine Verbesserung der Symptome zu erreichen, gelingt das nicht, können Antidepressiva eingesetzt werden. Häufig ist auch eine Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung notwendig. Bei Kindern und Jugendlichen wurden meinerseits sehr gute Erfahrungen mit pflanzlichen Präparaten gemacht.

Es ist sehr wichtig Suizidgedanken anzusprechen. Depressionen können in der Regel gut behandelt werden. In der Psychotherapie werden von mir verhaltenstherapeutische und tiefenpsychologisch fundierte Elemente kombiniert. Die kognitive Verhaltenstherapie wird zur Gedankenumstrukturierung eingesetzt, das heißt um depressionsauslösende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen Anschließend werden diese mit den Kindern oder Jugendlichen Schritt für Schritt verändert. Über tiefenpsychologische Methoden wird die Einsicht in unbewusste Konflikte gefördert.